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LUBLINER 
 
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PROGRAMM. 


WOCHEN 


e 


I Nr. 2 I 


lublin, den 14. Januar 


1 1944 I 


Die Michelei 


e 


Der Deut!Jche i!Jt gern ..objektiv". Er haJ !Jeinen eigenen Standpunkt. aber er 
läßt auch den Standpunkt der anderen gelten. Michel ist immer bereit, den. Feind nicht 
für so schlecht zu halten, roie er tat!Jächlich ist, Er hält es einfach nicht für möglich, 
daß !JO viel Haß und Schlechtigkeit in der Welt sei" kann. Auch im Jahre 1918i,t 
er ein Opfer seiner gutmütigen Weltbetrachtung und Menschenbeurteilung geroorckn. 
Nur dem Michel konnte es passieren, in Woodroro Wilson einen Propheten zu lJermu- 
ten und den Hasser zu übersehen. 
Die alte deutsche
 Michel
i als Na
ionaleigenschaft gehört 'heute 
r V ergangen
 
hell an. Die Deutschen haben es gelernt, den Haß ihrer. Feinde zur Kenntnis zu nehmen, 
so roie er ist. Sie haben es aber auch gelernt, dem Haß mit Haß, der G.eroalt mit. 
Gewalt, der Vernichtung mit Vernichtung zu begegnen. Wir roilSen es heute, daß 'es 
ein kindisches Unterfangen roäre, der Riesengeroalt "des Hasses unserer Feinde mit 
dem freundlichen Fächer der Objektivitäi ein entgegenkommendes Lächeln abgeroi1l1len 
zu ,roollen. Und das' ist gut so. Denn diese Wahrhaftigkeit gibt uns' nicht" nur die 
!Jeeli!Jche Kraft, dem Haß der Feinde offen und gerade in das kalte und brutale Auge 
zu schauen, sie verleiht uns auch die Wilfenskraft, diesen Haß zu überroinden und :tu 
. besiegen. Die Michelei der Objektivität roar eine Verfallserscheinung der parlamenta- 
rischen Demokratie und eine Krankheit der bürgerlich-liberalen Welt. Sie endgültig 
und restlos zu überwinden und zu beseitigen, das ist eine der grossen Erzielumgs-' 
aufgaben, die dieser Krieg im deutschen Volk vornimmt. Die Re
tbestände der deut- 
schen- Michelei schwimmen lauf den Wogen dieses Kriege!J roie die Trümmer der 
vom Torpedo der Wahrheit zerfetzten letzten Illusion der ewig Vertrauensseligen und 
. Gutmütigen. Im Feuer!Jchein des totalen Krieges gehen sie upJ
':; um 
offentlich nie 
mehr an die Oberfläche zu kommen. ' lau.. . 
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			.
 


Sonntag, den 16. Januar 1944, 19,30 Uhr. 


DIE SONNTAGSPRAU 


Montag, den 17. Januar 1944, 19,30 Uhr. 


Wehrmacht - Vorstellung 


'e. 


DIE GROSSE VA-,IE1'ESCHAU 
Karten nur durch die Ortskommandantur. 


Dienstag, den 18. Januar 1944 
Mittwoch, den 19. Januar 1944 


} 19,30 Uhr. 


, t 


AIlgemeine VorsteIlung 


DIE GROSSE VARIETESCHAU 
u. a: Lasa-Hungaria-Schau. 
Leitung: Kapellmeister Kalman-Sarközi. 


, 


Sonnabend, den 22. Januar 1944, 19,30 Uhr. 


Erstaufführung 
, 0 DIESE KINDER 


Komödie in 3 Akten von Gbcrado Gberadi. 
Sl>ielleitun
: Philipp Mössner Bühnenbild: Heinz Helmdach 
Mitwirkende: Eifild DeleuiI, Anna Rossberg-Valenta, Käte Vanden, WiIli Ger- 
,hard, Georg Püsch, Artur Reinhardt, Paul Streckfuß. . 


, 


e 


.Sonntag, den 23. Januar 1944, 19,30 Uhr. 


o DIE 5 E KIN D'E R 


. . " I 
Kartenvorverkauf im Reisebüro, Krakauer-Str. 62 - Tel. 4437 - in 'der 
Zeit von 9 - 13 und 14 - 16 Uhr. Die Theaterkasse ist an Vorstellungstucn 
von 18 - 19,30.Uhr geöffnet. . '. 
, 


2 


" 


',. 


.
		

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			i. 


I' 
...;.)r1 


Freita., den 14. Januar bis 
Donnerstag, den 20. Januar 1944. 
. 


Ein spannender KriminaUilm 
der Bavaria Produktion 


" 


e 


S.DOD MARK BELOHNUNG - 


mit: Olly Holzman'n, Hil4e Sessak, MarUn Urtel, Friedrich Domin, Paul Dahlke 
11. a. m. 


Freitag, den 21. - 27. januar 1944. 


Tobis - Film 


DIE WIRTIN ZUM WEISSEN RÖSSEL 


"- 
mit: Leny Marenbach, Dorit Kreysler, Kar! Schönböck, Elisabeth Markus, Wil- 
fried Seyferth. 
Jugendlich.e über 14 Jahre zugelassen! 


I Anfangszeiten : 
Freitag 17 und 19.30 Uhr \1ontag 

onnabend 14.30 ,\ 17 Dienstag 
Sonnt3g _ 19.30 ,
\1ittwoch 
. Donnerstuj!; t 7 und t 9.:;0 Uhr 
a ur gefälligen Beachtung! 
Besuchen Sie die Nachmittagsvorstellungen! Sie vermelden unnötigea Aadra... 
und siebern sich einen guten Sitzplatz! 


I7 Uhr 
17 und 19.30 .. 
17 


. . 


.- 


Wehrmachtvarstellungen 
\ 


Sonnabend, den 15. januar 1944 bis Mittwoch, den 19. januar 1944. 
. 


OBER ALLES IN DER WELT 


mit': Paul Hartmann, Hans 
telzer, Karl Raddaz, Carsta Löck u. a. m. 


'3 


,I 
.,'
		

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			.1 


, 
Sonnabend, den 22. - Mittwoch, den 26
Januar 1944. 


Tobis - Film 


WEISSE WASCHE 
mit: Harald Paulsen, Carla Rust. Günther Lüders. 


Sonnabend 
Sonntag 


Anfangszeiten : 
19.30 Uhr Montag 
14.30 und I7.., Mittwoch 


-I, . 


, 


" 


NSDAP - Vorstellungen 


j 


Sonntag, den .6. Januar 1944. 


.... 


Vormittags keine Vorstellung! 


Sonntag, den 23. Januar 1944. 


J 
19.30 Uhr I 
19.30 .. . 


ICUL TURFILM-MORGENVERANSTAL TUNGEN 
"I(or Lu der Krallich" 

 
.,Im Tal der Wiese" 


"Ponny" 
"Bunter Reigen" 
(Farbfilm) 


Jugendfrei I 


Beginn der VorstetlU1:gcn um 10 Uhr. 


. , 
(Eintrittspre\se liuf samtl. Plätzen für Zivil u. Uniformierte Zl. 1.-) 


Änderungen vorbebaltnl 


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NSDAP 
Dis tri k t s t a n d 0 rtf ü h run ,g" 
 u bl in 
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e 


Am Freitag, dem 21.1. 1944, 19.30 Uhr 


/ 


im' Saale des Hauses der Nationalsozialisten. 


Es spricht: 


SA-Stand.rten'ühre,1!' 
Pg. Schöller 


e 


. , 
, , 


Erscheinen für alle Parteigenossen und Gliederungs- 
angehörigen ist Pflicht! 


, 


.. 


Dis 1 rl ktsla nd orl' ah rung 
der NSD.AP 


. . I . 


\ 
Die Plätze sind bis .päteltenl 19.15 einzunehmen. 


... 



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Si- 


I '
		

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			. 


"" 


Mon tag, den 17. J a n u a r 19 4 4, 
19.30 Uhr 


im Vörtragssadl des Deutschen Hauses 
Ecke Soldatenstr. und Krakauer Straße 


e. 


'K las s i's ehe 
Musik 


\ ' 


für alle, 


HEUSER DUO 


META HEUSER 


e 


- Klavier - 


WILLY HEUSER 


- Violine - 


. 



 
bringen, Werke von, Beethoven, Schubert 
und Mozart. 


6 


.
		

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			" 


Sebwerathletlk. 


/" 


e 


Dienstag und Freitag Obungsstunden im Res. Lazarett Jl 
Gymnasium von 19,30 bis 21,00 Uhr. 


f{. 
tJ 


Feebteno 


'! 


Dienstag u. Fteitag ab 20 Uhr im Sitzun,gssaal des Distriktsgebäudes. 
Auskünfte bei Fachwart Pg. Kümmel, Hauptzollamt, Tel. 2326. 


Kegeln In der IJlmens';bänke. 


Sonntag" 


Montag 


Dienstag 


e 


Mittwoch 


Donnerstag 


Freitag 


Samstag 


15 - 19 Uhr Kegelabteilung der SA-
tandarte Lublin ' 
19 - 22 .. Wehrmacht 


17 - 19 " Polizei,regiment, Kraftfahrstaffel LubUn 
19 - 22 .Wehrmacht 


17 -19 
t 9 - 21 


" Spörtgem, Abt. Finanzen. 
.. Postsportgemeinschaft 


17 - 19 " Polizei _ Nachrichten 
19 - 21 .. Distriktstrainingsgemeinschaft 


" 


17-19 .. 
, 19-21 
17- 19 .. 
19 - 21 


, TWL-der Waffen SS 
Wehrmacht 
I 
Sportgemeinschaft Schutzpolizei Lublin 
Arbeitsamt 


14 - 17 ,. Sportgemeinscl)aft Deutsche Umsiedlungs- 
Treuhand G. m. b. H. 
171-19 .. Pol. K-Staffel 
19 - 21 ..' Ostbahn S.G. 


Anfragen sind an den DJstriktsfachwart für Kegeln, Lew r 'j k, Ruf - Nr. 3937 
. zu richten. 


.
 


.
 
'l 


I 

 


. ,
		

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			Achtung 
Schachspielerl e 


, Am 


Sonnabend, den 29. Januar' 1944 


, , 


gibt 


15 Uhr 
\ 


Schachmeister Bogoliubow. 


ein 


SIMUL T AN-S.PIEL 


an beliebig vielen Brettern. 


e 


Ort : Vortragssaal des. Deutschen, Hauses, Eingang 
Ecke Krakauer und Soldatenstrasse. - 
I 


Eintritt' frei! 


Alle Schachspieler Lublins sind herzlich eingeladen. 


Deutstbe SthaLhgemelnsthillt Lu
lIn. 


9
		

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			. 


Vielseitige Verwe..dun
 des 'I'omatenmarkes. 
Als Brotaufstrich: 


\ 


e . Tomatenquark : 511 g Quark,l ZO !I: Hutter. Milch nach Be- 
darf. Tomatenmark nach Geschmack. 
Den Quark durch ein Sieb streichen (oder g;ut verrühren), mit der Milch 
, mischen, in die zur Sahne gerührt
n Butter g;eben" Tomatenmark und Salz hin- 
zufügen und abschmecken. 


Tomatenbutter : 511 g Butter, TOlllatenmark nach Ge- 
schmack. ButteT zur Sahne rühren und mit dem Tomatenmark 
ahschmecken. 


Str.eckhutter mit lornatemnark: 30 g Butter, 60 g Mehl, I/ H - 1/4 I Milch. 
Salz. Man dünstet das Mehl mit dem Fett gut durch, ohne es zu hräunen. Füllt 
dann niit der h'eißen Milch auf und kocht ejnen dicken Brei, den man während 
des Abkühlens häufig umrührt, darilit sich keine. Haut hildet. Nach Geschmack 
fügt man das Tomatenrnark hinzu. 


Als Mahlzeit: 


. 


. Kartoffel-Tomatenhratling;e: (für I Persou). 
511 g; g;ekochte Kartoffeln. 
1/ 2 Ei, T9.matenmark nach Beliehen. Semmelmehl oder Mehl zum Panieren, Salz 
und Bratfett.. 
Die gek. geriebenen Kaltoffein mit Ei. Salz und' Tomatenmark v
nnengen, 
Bratlinge'lormen, in Semmelmehl oder Mehl wälzen. und im Fett braten. 
(Von dem übrigen halhen Ei machen"wir uns mit etwas Milch Rülnei). 
e _ Tomatentunke: Eine Tasse Milch oder Gemüsebrühe oder Wasser. I EßI. 
Tomaterunark, etwas Zwiebel, Fett (I TeeI. I EßI., Mehl und Sal
. 
, , I 
Fett und Zwiebel andünsten. Mehl hinzugehen und davon eine, helle Mehl- 
schwitze bereiten, das Tomatenmark dazugeben, dann mit der Zllr Verfügung ste- 
henden Flüssigkeit auffüllen und mit Salz abschmecken. 
Diese Tunke kann man zu Nudeln. gekochtem Fleisch. Kartoffelhrei, 
Rührei od
r hartgekochten Eiern, gek
 Fisch geben. 
Tomatenkartoffeln : 2511 g - 375 g; Kartoffeln, IO g Fett. 15 g Mehl, 
1/4 _3/H I Wasser mit Milch vermischt. Gemüse- oder Kochenbrühe. Salz und 
Tomatenmark. 
\ 
Die am Tag vorher g;ekochten und abgezog-enen Kartoffeln werden in Schei- 
ben oder Würfel geschnitten, aus dem Fett und Mehl bereiten wir (siehe Toma- 
tentunke) .eine Schwitze und läßt die Kartoffeln darin heiß werden. 


9 


s
		

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			. 


Ich erwarte nun gerade in dieser Zeit. dass 
die Nation mit verbissenem Trotz auf sämt
 
lichen Gebieten dieses gewaltigen Kampfe4 
erst recht ihre Pflicht erfüllt. Sie 
at jeden 
Grund. auf sich selbst zu vertrauen. 


/' 


Adolf Hiller 


. 


Probleme des Luftkrieges 


- Von Reichsminister Dr. Goebbels 


Der gegen unsere ZivjU)evölkerung gerichtete feindliche Luftterror wirft 
eine Unmenge neuer Kriegsprobleme auf. Ein großer Teil unseres Volkes kenn_ 
sie aus der täglichen eigenen Erfahrung. Was der Feind mit dem Luftkrieg be" 
" . 
zweck, wissen wir alle. Trotz seiner wiederholten Versuche, seine TeI:rorabsich- 
ten gegen die deutsche Zivilbevölkerung abzustreiten, ist sich die ganze Welt 
klar darüber, daß er durch seine Tages- und Nachtangriffe nur unsere Kriegs- 
moral treffen will, und zwar da, wo sie seiner Ansicht nach am anfälligsten w.t, 
bei den Frauen und Kindern. 


,. . 
Es handelt sich dabei um eine typisch englische Methoue der Kriegführung, 
die von den Briten gegen niedere Kolonialv"Ölker jahrhundertelang geübt worden 
ist und jetzt gegen die hochzivili
ierten Völker des europäischen Kontinents zur 
Anwendung gebracht wird. Die Engländer haben nie in ihrer Geschichte auf eine 
andere als diese Weise Kri
g geführt. Im Kampf gegen die Buren haben sie die 
Frauen des Feindes vor ihren vorrückenden Kolonnen hergeschoben, um ihre 
, - 


10
		

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			e 


e 


Männer am Schießen zu hindern: während des ersten Weltkrie
es verhängten 
sie über Deutschland die Seeblockade, um damit unsere' Heimat auszuhungern, 
und jetzt über säen sie unsere Städte mit Sprengbomben und Phosphorkanistern, 
um damit Massenmorde unter unseren Frauen und Kindern anzurichten. Wie man 
sieht, die Mittel ändern sich, die Methode bleibt sich gleich. 


Es kommt aber jedesmal auf die betroffenen Völker an, ob die Engländer damit 
ihr Ziel erreichen. Zeigen diese sich schwach, dann sind sie verloren: bleiben sie 
aber stark, dann überschlägt sich nach einer gtt,wissen Dauer diese Methode und 
läuft sich tot. Ein Beispiel für!' die erste. Möglichkeit ist das Jahr 1918, ein Beispiel 
für die zweite das Jahr 1943. Damals hat sich das deutsche Volk dem Terror der 
Englände
 gebeugt, mit den entsprechenden Folgen; diesmal zeigt es kei"nerlei 
Bereitschaft dazu, und auch das wird entsprechende Folgen nach sich zieh
n. 
Diese lassen zwar einige Zeit auf sich warten, sind aber ganz unausbleiblich; und 
zwar werden sie dann eintreten, wenn die Engländer endgültig eiI1sehen müssen, 
daß ihre Methode zu keinem Erg
bnis führt, im Gegenteil nur eine entsprechende 
Gegenmethode auf den Plan ruft, was im vorliegeI'Jden Falle der Fall sein wird. 
Di
 Engländer fürchten nichts me?r als das. Terror wirkt nur, wenn er einseitig 
ist. Tritt ihm --aber ein ebenso harter und entschlossener Gegenterror- entgegen, 
dann ist er bald zur Erfolglosigkeit verurteilt. Die weitere Entwicklung dieses Krie- 
ges wird das wieder einmal beweisen. 


. 
Was die durch den feindlichen Luftterror beabsichtige Zermürbull!!: der 
deutschen Kriegsmoral anlangt, so ist dafür weit und breit auch nicht das geringste 
I Anzeichen zu entdecken. Im Gegenteil, es s
lelt sj
h in diesen Wochen und Mo- 
naten innerhalb des deutschen Volkes ein seelischer Prozeß ab, der alle dahinge- 
henden Wünsche und Hoffnungen dC'T Feindseite auf das schlagendste widerlegt. Es 
kann nämlich nicht nur keine Rede davon sein. daß der anglo-amerikanische Luft- 
terror unsere Volksgemeinschaft auflöst, er schmiedet sie nur noch fester zusam- 
men. Und das ist auf folgende Gründe zurückzuführen: Der Mensch hängt im all- 
gemeinen an seinem Besitztum, gleichgültig ob es groß oder klein- ist. Solange er 
es noch sein eigen ne.nnen darf sucht er es, nach Möglichkeit zu er- 
halten. Das fällt in dem Augenblick weg, in dem er es verliert. Sein 
Ve'rhältnis zum Kriege wird dadurch nic
t nachgiebiger, 
olldern nur ent- 
schlossener. Wenn einer will und alles daransetzt, daß wir ihn auf jeden Fall 
gewinnen, dann der Ausgebombte. Denn er weiß ganz genau, daß ein' Ersatz seines 
verlorenen Besitztums für ihn nur im Falle des Sieges in Frage kommt. Das braucht 
man auch den Bewohnern der größellteiIs zerstörten Stadtgebiete kaum noch kliu- 


11
		

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			") 


zumachen. Wer sollte diese anders aufbauen al$ ein sie
reiches Deutschland! 
" 
Unsere Feinde hätten nur ein Interesse daran, ihre Ruinen für alle Ewigkeit ste- 
hen zu lassen. Die Opfer des Bombenkrieges sind deshalb die Vertreter der radi- 
kalsten Kriegführung. Sie sind gewissermaßen durch den 'feindlichen Luftterror 
materiell enteignet worden. Sie !iaben nicht viel mehr Z\I verlieren. aber alles zu 
gewinnen. 


, 
Das ist auch einer der vielen Gründe, warum in den Luftnotl{ebieten unter 
-der betroffenen Bevölkerung eine so außerordentlich. hochstehende Kriegsmoral e 
festzustellen ist. Sie findet darüb
r hinaus ihre täglw;he Nahrung aus dem H
ß ge- 
gen einen gemeinen 'und heimtückischen Feind, den man nicht mehr aus Flug- 
blättern und Rundfunksendungen kennen zu lernen braucht, der vielmehr seine 
Visitenkarte in Form .von Sprengbomben und Phosphorkanistern aus der Luft ab- 
wirft. Hier versagt jede feindliche Propaganda. Aus der Londoner Presse ist zu 
ersehen, daß die' Engländer gehofft hatten, die Auswirkunl{en ihrer rohen Luftüber- 
fälle würden sich gegfn das Regime ode
 gegen die Bereitschaft des deutschen 
Volkes zum Kriegeinsatz richten. Das war und ist eine FehlrechnÜn:;. Mag sein, 
daß das bei schwachen Völkern der Fall sein könnte: bei star
en niemals. 
ie 
werden durch Terror eher trotziger und bockiger, und vor allem das deutsche 
Volk lernt dabei etwas, was ihm auf andere Weise auf Grund der Gutmütigkeit 
seines Charakters kaum beizubringen ist: nämlicp den Feind zu hassen. Solanl{e 
der Krieg sich nur unter Soldaten abspielt, faßt der Deutsche ihn im alll{emeinen , 
auch soldatisch auf. Er bedeutet für ihn ein Messen der männlichen Kraft. Beim 
feindlichen Luftterror fällt diese Ueberlegung ganz \veg. Hier geht es nicht mehr 
darum, Mut Ta1ferkeit und lntenlligenz zweier um den Sieg kämpfender Völker \ 
gegeneinander abzuwägen, das ist roher und gemeiner Mord an Wehrlosen, an e 
Frauen, Kindern, Kranken und Grei
en. 


, ' 


Wenn die Engländer sich abmühen, diese Absichten agitatorisch zu ver- 
- . 
schleiern, so wirkt das nur umso aufreizender. Denn die betroffene Bevölkerung 
hat ja eine unmittelbare Gelegenheit, die Behauptung-en des Feindes auf ihre 
'. . \ 
Richtigkeit' hin zu, überprüfen. Es handelt sich -ja nicht darum, daß nach einem 
feindlichen Luftüberfall hin und wieder neben zahlreichen Rüstungsfabr"iken, 
VerkehT
einrichtungen und Verwaltungsgebäuden auch einmal ein Wohnhflus 
abbrennt, sondern es ist genau umgekehrt. Alle Londoner Beschönigung-sversuche 
sind also Spiegelfechtereien und werden als solche auch vom deutschen Volke 
erkannt. Der Feind konnte sich die Mühe sparen, über den Luftkrieg zu uns über- 
, . 
hau'pt zu slJrechen; er spricht für sich selbst. 


12 
"'-. 


- ,....
		

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			I '. 



 


e 


Das deutsche Volk neigt sonst leicht dazu, sogar in einer Sache, die sein 
ureigenstes Wohl unQ Wehe betriff
. 'auch der Gegenseite Gehör zu schenken; in- 
dieser nicht. Hier wird die feindliche Gemeinheit nur mit Haß beanh
ortet. Ty- 
pische Merkmale des englisch-amerikanischen Luftterrors tuen noch ein übriges 
dazu, so zum Beispiel, daß die btjtischen Piloten' am frühen Morgen des 24. De- 
zel1!oer auf BerIin Bomben mit Langzeitzündern abwarfen, die darauf eingestellt 
waren, daß sie genau am HeiIigenabend 
xplodieren sollten. Solche Umstände 
. 
müssen selbst das gutmutij{ste Volk in Raserei bringen, Es hätte uns vermutlich 
nich,t so viel ausgemacht, wenn die britischen Bomber am Heiligenabend selbst 
erschienen wären. Wir hatten- das erwartet und !wären dadurch aqgesichts der 
e1)glischen Mentalität nicht in Erstaunen versetzt worden. Aber zwölf Stunden 
vorher Bomben abwerfen, die in die Weihnachtsnacht hineinplatzen sollen, wäh- 
rend die Urheber dieser hündischen Feigheit umgeben vom Heiligenschein ihrer 
frömmelnden Heuchelei von Weihnachtsfrieden sprechen, das ist auch für das. 
gutmütige deutsche Volk zuviel. 
. Der Anschauungsunterricht, der uns durch solche Praktiken erteilt wird,. 
ist mehr als instruktiv. Er stellt eine Schule des Hasses' dar, wi.e sie in dieser 
überzeugenden Kraft einfach außerhalb uijserer eigenen Möglichkeiten liegt. Die 
Engländer neigen dazu, in einer Sache, in der sie zeitweise 
in Uebergewicht be- 
l'iitzen, alle Scham von sich zu werfen. Das tuep sie in diesem Falle. Sie erzielen 
damit eiDe politische Wirkung, die sie selbst vermutIch niemals erwartet hätten. 
. Vor allem wird diese für ihre . kommende InvasioIJ. von ausschlaggebendet Be- 
deutung sein. Sonst pflegt die lange Dauer eines Krieges auch am kriegstüchtig- 
sten Volk nicht spurlos vorüberzugehen. Bei uns kann davon nicht gesprochen 
werden. Der Haß gegen die englische Plutokratie ist heute in' Deutschland so ' 
tief verwurzelt, daß er bereits zu den Selbstverständlichkeiten gehört. Wenn 
eines Tages die Vergeltung gegen die britischen Inseln einsetzt, wird unser ganzes 
Volk von einem Gefühl tiefer Befriedigung ertüllt sein. Für diesen Augenblick 
sind wir Deutschen bereit, heute alles hinzunehmen. I 
Noch mit jedem geschlagenen Volk dieses Krieges hat das deutsche nach dem 
Siege Mitleid empfunden. Wir. sind nun einmal so. Als die Franzosen während 
der Westoffensive zu Millionen hungernd auf den Landstraßen berumirrten, ha- 
ben die deutschen Soldaten sie aus ihren Feldküchen mit verpflegt. Nichts wurde 
damals dem Führer von seinem Volke so hoch angerechnet wie die Tatsache, 
daß er Frankreitb nach seiner Niederlage in- Compiegne ritterlich beharidelt
 
und nicht demütigte. Dabei hatte Frankreich uns Versailles angetin. Englan'd hat 
sich diese Gesinnung des deutschen Volkes durch den Luftterror endgültig ver- 


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scherzt. Die Vergeltung .mag ausfallen, wie sie will, sie wird in Deutschland 
keine Spur von Mitgefühl erwecken. 
" 


Die Londoner Presse betont immer wieder, daß unsere 
oldaten an uer 
, 
süditaIienischen Front wie die Tiger kämpfen und eine geradezu besessene Tapfer- 
keit und Todesverachtung beweisen. Hier liegt einer der Gründe dafür. Das wir.d 
in viel größerem Umfang bei, einer kommenden West invasion der Fall sein. 'Wie 
glauben die Engländer und Amerikaner, werden sich Kölner, Essener, .Düssel- ,
 
dorfer, Hamburger, Kasseler und Berliner Regimenter schlagen wenn sie dort 
den Brandstiftern ihrer Heimat und den Mördern ihrer Frauen und KiQder .e. , 
Auge in Auge gegenÜberstehen! 


Mag sein, daß man in London und Washington in überheblicher Ueber- 
schätzung des reinen Materials auf solche Ueberlegungen der seelischen Krieg- 
führung nicht allzu viel gibt. Umso schlimmer für den Feind; denn sie sind doch 
in den letzten Entscheidungen des Krieges immer ausschlaggebend. Nicht nur der 
Träger bedarf der Waffe, auch die Waffe bedarf des, Trägers. Unsere Feinde 
könnten keinem verhängnis.,volleren Irrtum unterliegen als dem, zu glauben, bei 
den 
ommenden Schlachten des Jahres 1944 spielte nur die' Zahl eine Rolle. Sie 
ist wichtig, aber nicht für sich allein, sondern nur im Zusammenhang mit anderen 
Kriegfaktoren, über die unsere Feinde nicht verfügen. Es widerspräche aller 
geschichtlichen Erfahrung, anzunehmen, daß der Krieg ein einfaches Rechen- 
exempel sei, in dem man nur Soldat glei
h Soldat 'und Wafi
 gleich Waffe zu 
setzen und ihre Zahlen zu addieren brauche, um ausrechnen zu können, wer 
siegen wird. Wäre das der Fall. dann gäbe es in der Geschichte keine Ueber- 
raschungen; aber es hätte auch niemals ein Sparta, ein Rom oder ein Preußen 
gegeben. Denn sie sind klassische Beispiele für das Gegenteil, daß nämlich Ge- a 
schichte- das Ergebnis der TapfE>rkeit und Zähigkeit der Völker ist und daß die .. 
Zahl dabei immer nur eine bedingte Rolle spielt. 


. . 
Wenn das deutsche Volk sich dem feindlichen Luftterror nicht gewachsen 
gezeigt hätte, dann wäre es allerdings verloren gewesen. Es wäre ihm genau 
so 'ergangen wie dem italienischen, da,s nicht die moralische Standhaftigkeit besaß, 
um mit den Auswirkungen des anglo-amerjkanischen Luftterrors fertigzuwerden. 
Nun wir aber den unmittelbaren Schrecken vor dem Unbestimmten verloren und 
die Städte, die schon von feindlichen Luftüberfällen heimgesucht wurden, den 
; . i 
anderen, die bisher noch davon verschont blieben,. ein Beispiel dafür gegeben ha- 
ben, wie man 
ich dagegen zur Wehr setzt und auch darüber, triumphiert, kann 
der feindliche Luftterror uns seelisch nichts mehr anhaben. Er macht uns nicht 


14 


-,
		

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			. 


.... 


. 


schwächer, sondern wie alles, was ein Volk nicht umwirft, nur stärker. Was er 
uns an materiellen Schäden zufügt, kann, soweit' es kriegswichtig oder gar 
kriegsentscheidend ist, in Kürze behoben werden: alle darüber hinausgehenden 
Zerstörungen werden Gegenstand unserer ersten Nachkriegsaufgabe sein, und 
zwar wollen wir diese dann mit einer Gründlichkeit anfassen, die die. Welt in 
ErstiUlnen versetzen wird. 


Schon manches, was anfangs als ein Unheil ohne G
enzen angesehen wurde, 
hat später doch auch wieder neben den unbestrittenen Nachteilen gewisse Vor- 
_eile gezeigt. Daß wir beispielsweise im Jahre 1919 unsere alt
 Armee und fast 
ihre gesamte Bewaffung zerschlagen mußten, war der eigentliche Grund da- 
für, daß wir von 1933 beginnend eine neue Armee auf viel breiterer Basis aufbauen 
konnten und 	
			

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Unsere Theater, Konzertsäle und Versammlungsräume sind zu klein. Sie fassen 
nur bescheidene Teile der Bev
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